Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
VVK: ab 38,00€
AK: ab 42,00€
Nils Wülker
Nils Wülker ist in den letzten zwanzig Jahren zu einem der erfolgreichsten Jazztrompeter- und Komponisten in Europa avanciert. Bereits mit sieben erhält der 1977 in Bonn geborene Musiker Klavierunterricht, im zehnten Lebensjahr schwenkt er auf die Trompete um; klassisch, von Jazz noch keine Spur. Während eines Austauschjahres in den USA entdeckt er endlich mit sechzehn den Jazz und findet via US3s „Cantaloop“ und dessen ursprünglichem Komponisten Herbie Hancock zu Miles Davis. Zurück in Deutschland wird er 1996 für das JugendJazzOrchester NRW entdeckt, in dem er bis zu seinem Jazz-Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin spielt. Schon während des Studiums außerdem in Peter Herbolzheimers BuJazzO, der RIAS Bigband oder Thärichens Tentett aktiv, veröffentlicht Nils Wülker noch vor seinem Abschluss im Jahre 2002 sein von Kritik und Publikum hochgelobtes Debütalbum „High Spirits“ u.a. mit Gene Calderazzo und Orlando LeFleming – als erster deutscher Jazzmusiker bei SONY Music. Im Folgejahr komponiert, spielt und produziert der damals 26-jährige eigene, neue Musik für die Space Night des Bayerischen Fernsehens, die auf dem Album „Space Night Vol. 10 Jazz“ (u.a. mit Wolfgang Muthspiel und Jochen Rückert) veröffentlicht wird.
Zwischen 2005 und 2012 veröffentlicht Nils Wülker auf seinem eigenen Label EAR Treat Music fünf eigene Alben, u.a. mit Gästen wie Torun Eriksen, Silje Nergaard oder Dominic Miller, die seinen Ruf als „großer Lyriker“ (FAZ), „Ausnahmekomponist“ (Crescendo), „deutsches Jazzwunder“ (Spiegel) und „großer Melodiker“ (Die Zeit) zementieren. Drumherum tourt er mit seiner eigenen Band, sowie als Gast bei Ute Lemper, der kubanischen Sängerin Omara Portuondo, dem Quartett des Sting-Kompagnons Dominic Miller oder macht eine Europa-Tournee mit Lee Ritenour, Dave und Don Grusin, Will Kennedy und Wolfgang Schmid als “Hang All Stars”. Nils Wülker leitet außerdem das hochkarätig besetzte „Jazz Baltica Ensemble“ (2011) mit neuen Arrangements eigener Kompositionen, macht Remixe für Hugh Masekela, Gregory Porter oder Laura Lopez Castro und produziert Alben für die Sängerin Cécile Verny oder den Mundharmonikaspieler Tollak und einen Track für Samy Deluxe.
2013 mit dem ECHO Jazz als „Instrumentalist des Jahres“ in der Kategorie Blechblasinstrumente ausgezeichnet, nimmt Nils Wülker 2014 für sein Album „Safely Falling“ den German Jazz Award in Gold vom BVMI entgegen. Sein achtes Album „UP“ erscheint im Februar 2015 bei Warner Music. Für das Album arbeitet Nils Wülker u.a. mit Jill Scott und Mocky in L.A., Craig Armstrong in Glasgow, Peter Vettese in London und Max Mutzke. Mit „UP“ gewinnt Nils Wülker den Hamburger Musikpreis HANS als „Musiker des Jahres“, wird erneut mit dem German Jazz Award in Gold ausgezeichnet und für den ECHO Jazz nominiert.
Sein von Hip Hop inspiriertes und in Zusammenarbeit mit The Krauts (Produzenten Marteria, Peter Fox) und Ralf Mayer produziertes Album „ON“ erscheint 2017 und wird 2018 mit dem German Jazz Award in Gold ausgezeichnet. Ebenfalls 2018 veröffentlicht Nils Wülker als zehntes Album mit „Decade Live“ sein erstes „perfekt umgesetztes“ (Süddeutsche Zeitung) Live-Album. 2019 folgt der vierte German Jazz Award in Gold für sein 2012 erschienenes Album „Just Here, Just Now“ und eine ausgedehnte Tour im Duo mit seinem langjährigem Gitarristen Arne Jansen unter dem Titel „Closer“.
2020 erscheint Nils Wülkers elftes, elektronisch inspiriertes Album GO, das die Süddeutsche Zeitung als „wegweisend“ und „ein Album voller Licht“ bezeichnet. Unter anderem Radio France und BBC widmeten GO Sendungen, zudem spielt JazzFM UK die Musik sieben Wochen lang in Rotation. Mit der NDR Radiophilharmonie spielt Nils Wülker im Oktober 2020 ein Programm seiner Eigenkompositionen arrangiert für Orchester, das er 2021 mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra in Stockholm weiterführt.
Im April 2022 veröffentlicht Nils Wülker sein Orchester-Album CONTINUUM mit neuen Eigenkompositionen mit dem BR Münchner Rundfunkorchester, von der Süddeutschen Zeitung als „Weltklasse-Jazz“ und „Ästhetik in Reinform“ gelobt. Im Juli 2022 folgt die Konzertpremiere von Nils Wülker und dem Münchner Rundfunkorchester im Münchner Circus Krone, aufgezeichnet von ARD alpha und BR Klassik. Ebenfalls 2022 engagieren die Monheimer Kulturwerke Nils Wülker als „Artist in Residence“ für vier unterschiedliche Konzerte. Es folgen Orchesterkonzerte mit der NDR Radiophilharmonie, Sinfonieorchester Wuppertal, dem Saarländischen Staatsorchester und dem Babelsberger Filmorchester.
Im Februar 2023 veröffentlicht Nils Wülker zusammen mit seinem langjährigen Gitarristen und Freund Arne Jansen sein erstes Duo Album „Closer“. Wie die Vorgängeralben erscheint „Closer“ bei Warner Music, es folgen Einladungen u.a. ins ARD Morgenmagazin und Beiträge von u.a. ARD „Titel, Thesen, Temperamente“. Ungewöhnlich für ein instrumentales Jazzalbum steigt „Closer“ auf Platz 15 der offiziellen deutschen Charts ein. Auch das 2024 veröffentlichte Live-Album des Duos „In Concert“ landet auf Platz 1 der deutschen Jazz Charts.
Im Januar 2026 veröffentlicht Nils Wülker mit „Zuversicht“ sein fünfzehntes Album im Quartett mit Aaron Parks (p), Linda May Han Oh (b) und Gregory Hutchinson (dr).
Neben ausgedehnten Tourneen im In- und Ausland mit seiner eigenen Band spielte Nils Wülker in den letzten Jahren als Gastsolist mit Gregory Porter, E.S.T. Symphony, Max Mutzke und Klaus Doldinger, verantwortete 2016 die musikalische Gestaltung des Grimme Preis und nahm Solo Features für u.a. Marteria auf. Zudem hatte er von 2017 bis 2020 seine eigene Radioshow „Offbeat“ auf 917XFM und kuratierte von 2013 bis 2024 als künstlerischer Leiter das Jazz-Konzertprogramm auf Schloss Agathenburg.

GREGORY HUTCHINSON
KIND OF NOW - THE PULSE OF MILES DAVIS
„Zeit ist nicht das Wichtigste, sie ist das Einzige“, meinte Miles Davis. Egal ob man dieses Zitat musikalisch oder philosophisch versteht, ist es die perfekte Maxime für „Kind of Now“. Diese so innovative wie neue All-Star-Hommage an Miles und seine Musik entstand unter der Leitung von Gregory Hutchinson, „dem Schlagzeuger seiner Generation“ laut Jazz Magazine. Jetzt erscheint das Album pünktlich zum 100. Geburtstag einer der innovativsten, einflussreichsten, ikonischen Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Die zehn modernen Interpretationen klassischer Milesiana reichen von den Bebop-Ursprüngen des Trompeters in den 1950er Jahren bis hin zu der elektrisierenden Offenheit, die er 1970 mit „Bitches Brew“ prägte. Die drei „Hutch“-Originale sind ebenso in den Ursprüngen all dessen verwurzelt, was wir heute Jazz nennen, wie sie ein neues Kapitel aufschlagen.
„Bei diesem Projekt geht es nicht darum, Miles wieder neu zu erschaffen“, sagt Gregory Hutchinson. „Es geht darum, die von ihm begonnene Diskussion fortzusetzen.“ Gregory Hutchinson, geboren am 16. Juni 1970 in Brooklyn, New York, nur wenige Monate nach der Veröffentlichung von „Bitches Brew“, weiß, wovon er spricht, schon weil er in den 35 Jahren seiner Karriere mit einigen der bekanntesten Jazzgrößen gespielt hat. Bei der Produktion von „Kind of Now – The Puls of Miles David“ nimmt dieser unverwechselbare Schlagzeuger, stets präzise und überraschend und mit einem ganz eigenen, kraftvollen Sound, auch Bezug auf Miles‘ Schlagzeuger – von Kenny Clarke über Philly Joe Jones und Jimmy Cobb bis hin zu Jack DeJohnette, Billy Hart und Al Foster. „Wenn ich an Miles Davis und die Schlagzeuger seiner Bands denke“, sagt er, „denke ich vor allem an die Entwicklung der Musik selbst. Jeder dieser Musiker repräsentierte ein anderes Kapitel in Miles‘ Geschichte – und jeder einzelne von ihnen veränderte die Art und Weise, wie wir alle diese Musik hören und spielen.“ Der Bassist und neunfache Grammy-Gewinner Christian McBride schreibt in den Liner Notes zum Album: „Es gibt unzählige Miles-Tribute-Alben, aber diese hier fühlt sich anders an. (…) Unter Hutchs Leitung swingt die Musik kräftig, wenn es nötig ist, und atmet mit moderner Flexibilität, wenn der Moment es erfordert.“
Die enorme Qualität und Dichte von „Kind of Now – The Puls of Miles Davis“ profitiert von den beteiligten Musikern, einer Gruppe junger Legenden und „Lions“, vom Bandleader sorgfältig ausgewählt, genau wie Miles es früher tat. Ambrose Akinmusire ist eine der originellsten neuen Trompetenstimmen dieses Jahrhunderts, ein preisgekrönter Musiker und Komponist und acht Jahre in Folge Gewinner des Downbeat Critic’s Choice auf seinem Instrument – er wird Miles gerecht, indem er seinen eigenen, einzigartigen Sound und seine Sensibilität einbringt. Emmanuel Michael, Mitglied mehrerer von Akinmusires Bands, ist ein außergewöhnlicher junger Gitarrist aus South Dakota, der laut Greg Hutchinson „die neue Generation repräsentiert, nach der Miles immer gesucht hat – die nächste Stimme“. Am selben Instrument, aber mit einem anderen charakteristischen Sound, bringt der dänische ECM-Künstler Jakob Bro laut dem Bandleader „Farbe und Atmosphäre“ mit. „Die Art, wie er (Jakob) den Raum nutzt, erinnert mich an ‚In a Silent Way‘ – schön, geduldig, offen.“ Der Saxophonist Ron Blake stammt von den Virgin Islands und ist schon seit langem ein wichtiger Teil der New Yorker Szene. Seine Beziehung zu Gregory Hutchinson reicht bis in ihre gemeinsame Zeit in den Gruppen des Trompeters Roy Hargroves zurück, wie etwa das Album „With The Tenors of our Time“ von 1994 zeigt, auf dem Ron Blake neben Titanen wie Johnny Griffin, Joe Henderson, Stanley Turrentine, Branford Marsalis und Joshua Redman zu hören ist. Gerald Clayton, in dessen Trio Gregory Hutchinson und Bassist Joe Sanders spielen, ist ein Grammy nominierter Pianist, der für seinen innovativen Ansatz bekannt ist, in dem er Tradition mit modernem Ausdruck verbindet, was ihm von der New York Times Lob für seine „enorme, autoritäre Präsenz“ einbrachte. Der Bassist Joe Sanders „erdet alles mit diesem großen, grundsoliden Sound“, wie Hutch sagt, denn „er spielt mit dieser Art von Zeit, die atmet – wie Ron Carter – aber mit seiner eigenen Sprache.“ Als Einheit, tief in ihrem Zusammenspiel und offen in der Art, wie sie einander zuhören, erforschen diese sechs Musiker ihr Material stets auf eine Weise, die uns ermutigt, immer neu zuzuhören.
Gregory Hutchinsons „Kind of Now – The Puls of Miles Davis“ ist ein faszinierendes und äußerst lohnendes Album, das einigen unsterblichen Klassikern aus Miles Davis’ Repertoire neues Leben einhaucht, wie etwa Charlie Parkers „Ah-Leu-Cha“ oder Miles’ eigenem „Seven Steps To Heaven“, wobei stets das Offensichtliche außer Acht gelassen und stattdessen die „deep cuts“ hervorgehoben werden. Die Schlagzeug-Interludes des Bandleaders verweben dieses über einstündige Programm eng und verleihen ihm eine futuristische Neuheit, ganz in Hutchs Sinn von Zeit. Kind of Now.
Produced by Gregory Hutchinson
Ambrose Akinmusire (trumpet)
Ron Blake (tenor saxophone, bass clarinet)
Jakob Bro (guitar)
Emmanuel Michael (guitar)
Gerald Clayton (piano)
Joe Sanders (double bass)
Gregory Hutchinson (drums)


